Tagebuch

 

 

Dienstag, 5. Juli 2016 …Vorbereitungen auf die Heimreise, die Bank ist wieder pleite, Nes und bunter Abend…

Um 8:30 Uhr war wieder Wecken angesagt. Nach nun mehr 9 Tagen Ferienlager wird es morgens ruhiger in unserem Haus. Einige Kinder mussten mehrmals geweckt werden, damit sie das Frühstück nicht verpassten.

Danach mussten die Zimmer aufgeräumt und das Gepäck eingeräumt werden. Bei solchen Aktionen werden üblicherweise Dinge gefunden, die man gefühlt mindestens seit einem Jahr vermisst. Die Betreuer halfen dabei, dass alles in einem einigermaßen geordneten Rahmen ablief. Unsere Kinder konnten dabei auch Erfahrungen beim Aufräumen von Zimmern sammeln, die sie nach eigenen Angaben in ihrem eigenen Refugium anwenden wollen. Wer es glaubt wird selig.

Mittags gab es Nudeln mit Tomaten-Hackfleisch Soße. Natürlich war das Salatbuffet wieder geöffnet. Zum Nachtisch gab es Quark. In südlicheren Regionen (Münsterland) wird dies auch als Stippmilch bezeichnet.

Jedes Jahr dieselbe Schlagzeile:

 

Bank-Pleite auf Ameland

Die OSC-Kinder-Bank auf Ameland konnte wieder einmal nicht vernünftig wirtschaften. Wie in den vergangenen Jahren folgt nach dem erfolgreichen Start am Ende der Ferienfreizeit der Konkurs. Zu Beginn sah die Finanzlage rosig aus und versprach den Bankern explodierende Renditen. Geld sollte endlich wieder richtig arbeiten. Bankdirektor Bernd und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wähnen sich auf einem üppigen Geldpolster. Die Anleger könnten zufrieden sein. Wäre da nicht das ständige Bestreben der Kunden, ihrer Einlagen habhaft zu werden. Jeden Tag wurde die Filiale gestürmt, die Konten geplündert und das Anlagevermögen empfindlich geschmälert. Nun war die Lage desaströs. Bankdirektor Bernd musste zum wiederholten Male den Konkurs dieses renommierten Bankhauses erklären. Alle Anleger ließen sich ihr Vermögen ausbezahlen. Aber der erfahrene Finanzjongleur versichert gegenüber der Presse, auch im nächsten Jahr einen weiteren, diesmal erfolgreichen Versuch zu starten.

Da nun die Einlagen des Bankhauses in den Taschen der Anleger verweilten, frohlockten die Geschäfte in Nes. Frisches Geld aus Buren (Haus Zonnebloem) wurde dort immer gern gesehen. Kurbelte es doch die Wirtschaft in der Vergangenheit immer wieder an. Somit hatte der Konkurs auch was Gutes an sich. Die Spielhölle des Ortes hatte wieder besonders großen Zulauf. Aber auch die Andenkengeschäfte konnten Umsatzsteigerungen vermerken.

Während dessen bezogen die Betreuer im Nes Café und bei Van Heckeren ihre strategisch wichtigen und aus vergangen Jahren bekannte Beobachtungspositionen. Kein verirrtes Kind konnte ihnen hier entgehen. Um 17:30 Uhr war es aus mit dem Kaufrausch. Wir gingen zurück in unser Feriendomizil in Buren.

Nach dem Abendessen fand um 20:00 Uhr der letzte bunte Abend für dieses Jahr statt. Erst wurden die Burgen von einer erstklassigen Jury bewertet, dann folgten Vorführungen der einzelnen Zimmer. Angesagt waren Sketche, Gesangseinlagen und Witze sowie Diabolo Vorführungen. Auch gab es „talentfreie Jungen“ die damit glänzten, dass sie eben nichts konnten. Zum Abschluss gab es eine Variante des Spiels „Wenn ich du wäre….“. Dies führte zur allgemeinen Erheiterung. Auch die Betreuer trugen mit einem phasenweise recht witzigen Beitrag zur Unterhaltung des Abends bei. Aschenputtel hieß das bekannte Stück. Um kurz nach 22:00 Uhr war dann Schluss. Morgen müssen wir wieder früh aus den Federn und es wird ein langer Tag.

Wir wollen um 15:06 (Orakel "Lari") Uhr in Osnabrück sein.

Die Berichterstattung hat mir viel Freude gemacht und ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr an gleicher Stelle von unserer Ferienfreizeit berichten kann.

Bis dahin

Bernd Vonheiden

P.S.: Wer eine DvD mit den Bildern unsere Freizeit haben möchte, kann dies unter Angabe seines Namens bzw. Nennung des Namens des Kindes, diese bei mir per E-Mail bestellen. Adresse: bernd.vonheiden(at)osnanet.de. Kosten: voraussichtlich 5 €

Montag, 4.07.2016 ...Radtour, Leuchtturm und Sonnenuntergang...

Heute wurden unsere Kinder wieder um 8:30 Uhr geweckt. Wir wollten früh für die Fahrradtour fertig sein. Nach dem Frühstück wurde das Taschengeld ausgegeben und der Kiosk geöffnet.

Dann hieß es Sammeln. Jedes Zimmer wurde von seinem Betreuer oder seiner Betreuerin eingewiesen. Festes Schuhwerk, lange Hose, Pullover, Regenjacke und etwas zu trinken war Pflicht. Auch die Regeln während der Fahrt wurden erklärt. Vorne und hinten ist jeweils ein Betreuer. Es wird immer hintereinander gefahren usw..

Um 10.45 Uhr fuhren die ersten Gruppen los. Es ging in Richtung Leuchtturm. Der steht in Hollum und das ist auf der anderen Seite der Insel. Luftlinie ca. 11,65 km. Fahrtstrecke ist das natürlich etwas mehr. Wir kamen am heutigen Tag auf mindestens 25 km. Wie ich meine, eine beachtliche Strecke.

Am Leuchtturm konnten die Kinder den Turm, sofern sie wollten, besteigen. Nicht jedes Kind hatte Lust dazu. Vielleicht war es bei einigen von ihnen die Angst vor der schwindelerregenden Höhe. Die Aussicht soll auf jeden Fall atemberaubend gewesen sein. Ich hatte mir den Aufstieg dieses Jahr einmal erspart.

Vom Leuchtturm fuhren wir in den nahe gelegenen Wald, wo wir in den letzten Jahren immer unsere Verpflegungsstelle mit Grillstation aufgebaut hatten. Auch in diesem Jahr spielte das Wetter mit und alle Kinder konnten mit Würstchen, Steaks sowie Kartoffel- und Nudelsalat versorgt werden. Anfangs war der Ansturm sehr groß, so dass die Betreuerinnen regelnd eingreifen mussten. Nachdem der erste Hunger gestillt war ging es an der Ausgabestelle wieder ruhiger zu.

So gestärkt ging es weiter in den Wald, wo die jungen Betreuer wieder einmal das Spiel „Stratego“ organisiert hatten. Nur zwei erschöpfte Kinder hatten keine Lust mitzuspielen. Die anderen jagten durch den Wald als wären sie gar nicht Rad gefahren. Das Wetter war heute zu schön und lud regelrecht zum Toben ein.

Nun hieß es Abschied nehmen vom Leuchtturm. Gruppenweise ging es wieder in Richtung Heimat. Bis 18:00 Uhr mussten die Fahrräder abgegeben werden. Alle Kinder und Betreuer sind wohlbehalten im Lager angekommen. Bis zum Abendessen wurde bei schönem Wetter noch draußen gespielt.

Um 20:30 Uhr sammelten wir uns erneut um in Richtung Strand zu gehen. Hier sollten die Gruppenfotos von den Kindern und Betreuern gemacht werden. Das Meer und der Sonnenuntergang würden den geeigneten Hintergrund liefern. Und so wie wir uns das vorgestellt hatten war es dann. Eine malerische Kulisse wurde uns geboten. Nach den obligatorischen Fotos wurde noch am Strand gespielt. Ein wirklich gelungener Abschluss für einen gelungenen Tag.

Morgen berichten wir vom Einräumen der Koffer und Wiederfinden von verlorenen Kleidungsstücken und anderen Gegenständen.

Bernd

Sonntag, 3.Juli 2016 ...Strand, Sport und zocken...

 

Die lange Fußballnacht steckte unseren Ferienkindern scheinbar noch in den Knochen. Man könnte meinen, einige hätten mitgespielt. Erst gegen 9:00 Uhr regte sich so langsam etwas in unserem Speisesaal. Dort war das für den Sonntag obligatorische Frühstücksbuffet aufgebaut. Diese Frühstücksorganisation stößt sowohl bei den Frühaufstehern als auch bei den Langschläfern auf allgemeine Zustimmung. Bis 11:00 Uhr waren dann alle Kinder versorgt.

Dann hieß es auch schon: Sammeln für den Gang zum Strand. Vorher wurde natürlich die Ausstattung der Kinder überprüft. Badesachen, Handtücher, Sonnenschutz, warme Bekleidung, festes Schuhwerk. Also alles, was für einen Badetag an der Nordsee gebraucht wird. Gerade Sonnenschutz und warme Bekleidung war wichtig, da am Wasser eine kühle Brise aus Westen wehte. Wenn die Sonne mal kurzfristig von Wolken verdeckt war, wurde es merklich kühler. Andererseits merkte man nicht, mit welcher Intensität die Sonne schien.

Am Strand angekommen, konnten sich die Kinder zu Gruppen zusammenfinden, damit sie am Strandurgenwettbewerb teilnehmen konnten. Die Ergebnisse sind auf den Fotos zu sehen. Die Bewertung/Auswertung erfolgt bei unserem letzten bunten Abend.

Mittags wurden wir von der rollenden Küche bedient. Es gab Bratlinge mit Kartoffelpüree. Scheinbar hat die frische Seeluft unsere kleinen Feriengäste sehr hungrig gemacht. Vom Kartoffelpüree ist nichts übrig geblieben. Die restlichen Bratlinge gab es zum Abendessen.

Zurück am Strand wurden die Burgen weiter gebaut und die Vorbereitungen für den Weitsprung wurden von den Betreuern getroffen. Jedes Kind durfte drei Mal springen, um die nötigen Punkte für das Sportabzeichen zu sammeln. Der starke Rückenwind ließ einige Kinder fast olympiareife Sprünge hinlegen.

Anschließend ging es zum Baden ins Meer. Alle Kinder und Betreuer fasten sich an die Hände und liefen gemeinsam ins Wasser. Dadurch wurde der erste Kälteschock schnell überwunden. Einige Kinder flüchteten allerdings recht schnell wieder aus den kalten Fluten. Die meisten von Ihnen hatten aber viel Spaß.

Auf dem Rückweg gingen wir Zimmerweise zum Fahrradverleih. Leonard Molenaar (der Fahrradverleih unseres Vertrauens) hatte für jedes Kind ein passendes Rad parat. Manche Kinder sind da zwar anderer Meinung. Für einige ist „cooles“ Aussehen oder Farbe wichtiger als technische Funktionalität. Es wurden aber immer die richtigen Kompromisse gefunden. Zurück am Haus wurden die Räder Zimmerweise abgestellt und abgeschlossen. Die Schlüssel wurden von den Betreuern eingesammelt. Sicher ist sicher. Die Schlüssel sind sonst zwar nicht weg, aber doch öfter wo anders.

Nach dem Abendessen wurden die Vorbereitungen für den Casinoabend getroffen. Der große Saal wurde verdunkelt, die Musikanlage aufgebaut und die notwendigen Hinweisschilder aufgehängt und die für ein Casino erforderliche Bekleidung angelegt. Um 20:45 Uhr war Einlass. Jedes Kind erhielt am Eingang sein Startkapital in Form von Papiergeld.

Danach wurde gezockt was der Geldbeutel hergab. Am Ende hat dann wie immer die „Spielbank“ gewonnen. Nicht jedes Kind war bankrott, aber der Geldbeutel war schon schmaler. Lagerleiter Stephan klärte zum Abschluss die Kinder eindringlich über die Gefahren des Glückspiels auf. Ob dies Wirkung zeigt werden wir am Dienstag sehen, wenn das restliche Taschengeld ausgezahlt wird und die Unverbesserlichen ihre letzten Kröten in der Spielhalle, -hölle verzocken. Um 22:30 Uhr ging es dann ins Bett.

Morgen wartet eine Fahrradtour zum Leuchtturm auf uns.

Wenn wir zurück sind, werde ich darüber berichten.

Bernd

 

 

Samstag, 2.6.2016 ...Suchspiel, Chaos, Besuch, Bildershow und Fußball...

 

Bedingt durch die lange Diskonacht durften unsere Ferienkinder heute mal wieder länger schlafen. Um 9:00 Uhr gab es Frühstück. Anschließend startete eine Dorfrallye (Suchspiel). Einige der erfahrenen Amelandkinder waren erwartungsgemäß schnell fertig. Mit dem zu findenden Lösungswort taten sie sich schon schwerer. Zu erraten war Tot Ziens. Das heißt in Holland „Auf Wiedersehen“. Da unser Fotoreporter mit anderen Dingen beschäftigt war, gibt es hiervon keine Bilder.

Zum Mittagessen, bei dem unser langjähriger Lagerleiter Bernhard erwartet wurde, zogen alle Kinder und Betreuer weiße T-Shirts mit dem Aufdruck „Danke Bernhard“ an, die von Stephan besorgt wurden. Gestern war schon mal die Anprobe. Allerdings durften wir nichts davon in unserem Tagebuch veröffentlichen, sonst hätte Bernhard Wind von der Sache bekommen. Die Überraschung war für Bernhard groß.

Zu essen gab es Hähnchen-Gyros mit Pellkartoffeln und Tsatsiki. Natürlich war die Salatbar wieder geöffnet.

Um 14:45 Uhr gingen wir mit allen Kindern und ihren neuen T-Shirts zum Deich. Hier sollten sie aus ihren Körpern das Wort „DANKE“ bilden. Wie man auf den Fotos sehen kann, haben sie es geschafft. Eigentlich diente die Aktion dazu, unsere Kinder aus dem Lager zu locken, um das Chaosspiel vorzubereiten. 50 Karten mit Lösungsworten wurden im Lager versteckt. Anschließend mussten sie die Karten finden, sich bei ihrem zuständigen Betreuer melden und dann gemeinsam eine Aufgabe erfüllen. Wie der Name schon sagt, es ging chaotisch zu.

 

Vorher gab es jedoch, anlässlich Bernhards Verabschiedung, Kuchen, der von der Küche gestern und heute gebacken wurde. Weiterhin waren Freunde aus Ameland aber auch aus Osnabrück gekommen, um mit ihm zu feiern.

Nach dem Abendessen gab es dann um 20:00 Uhr einen Bilderabend mit den schönsten Fotos von unserer diesjährigen Freizeit. Kurz vor 21:00 Uhr war sie vorbei und wir konnten nahtlos in den spannenden Fußballabend übergehen. Einige Kinder haben nicht bis zum Ende durchgehalten und sind früher ins Bett gegangen. Die „Großen“ haben sich das spannende Spiel bis zum Ende angesehen. Der Jubel über den Erfolg war natürlich riesengroß. Anschließend ging es ohne Gutenachtgeschichte ins Bett. Für Sonntag war dann „ausschlafen“ vorgesehen.

Morgen gibt es die wieder die neuesten NAchrichten von Ameland.

Bernd

Freitag, 01.07.2016 ...Regenprogramm, Nes im Regen und Disko...

Es ist kaum zu fassen, aber das Wetter lässt uns tatsächlich im Stich. Wind und Regen. Nix mit Bad im Meer und Burgenbau. Von einheimischen Wetterexperten wurde uns berichtet, dass es in den letzten 1.000 Jahren um diese Jahreszeit nie so ein Wetter gegeben haben soll. Wahrscheinlich handelt es sich hier nicht um eine Lüge, sondern um eine Sachzwang korrigierte Ehrlichkeit. Auf so einer schönen Insel darf es doch laut Tourismusexperten nicht regnen. Höchstens gibt es mal flüssigen Sonnenschein.

Also wurde der Sport, der die nötigen Punkte für das Sportabzeichen liefern sollte, in den großen Saal verlegt. Allerdings in der Form von „Standweitsprung“. Jannis und Markus kümmerten sich um die reibungslose Organisation. Jedes Kind gab sein Bestes um einen möglichst weiten Sprung hinzulegen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Für die meisten Kinder ist das Sportabzeichen in greifbarer Nähe gerückt.

Da wir nachmittags zum Betreuersuchspiel nach Nes wollten, wurde die Bank und der Kiosk schon vor dem Mittagessen geöffnet. Alles lief wie am Schnürchen. Schnell war das neue Geld schon wieder in Süßigkeiten umgesetzt. Ermahnung, dass es doch später nach Nes geht verhallte bei einigen Kindern ungehört.

Anschließend hatten wir uns das Mittagessen wahrlich verdient. Diesmal wurden Nudeln mit Tomatensoße und Käse gereicht. Nachtisch gab es leider nicht. Sehr zur Freude des Küchendienstes, der weniger abzuwaschen hatte.

Leider wurde das Wetter nicht besser. Eher war das Gegenteil der Fall. Deshalb hatten wir die Verkleidung der Betreuer im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen lassen. Da aber ausreichend Kapital bei unseren Kindern vorhanden war, dass in die Konsumtempel der Inselhauptstadt gebracht werden wollte, wurde der Gang dorthin angetreten. Einige gelegentliche Regenschauer milderte die Lust vieler Kinder am Geldausgeben nicht. Einige der Kinder informierten sich erst einmal über die örtlichen Preise, damit sie wissen, wie viel Geld sie noch behalten müssen, damit sie das Objekt der Begierde am Ende unserer Freizeit erwerben können.

Um 17:30 Uhr trafen wir uns alle wieder am Ortsausgang, beim Denkmal des Kardinal de Jong. Nachdem die Vollzähligkeit festgestellt wurde ging es zurück zum Haus. Im Anschluss zum Abendessen durften sich die Kinder für die Disko fein machen.

Um 20:00 Uhr startete der Tanzmarathon. Erst etwas zögerlich aber durch die tatkräftige Unterstützung der Jungen BetreuerInnen kam schnell Schwung in die Bude. Obwohl sich die Gruppe der männlichen Tänzer beim Standardtanz erfahrungsgemäß zurückhielt, wagten sich beim Brakedance doch der ein oder andere erfahrene Jungtänzer auf die Fläche. Um 22:30 Uhr war dann Zapfenstreich. Bis alle schliefen verging noch ein wenig Zeit.

Mal sehen, was der morgige Tag bringt. Ob wir dann vielleicht mal in der Nordsee baden gehen können?

 

Bis Morgen

Bernd

Donnerstag, 30.06.2016 ...Lange schlafen und dann AG's bei Regenwetter...

Nach der langen und anstrengenden Wasserdisko-Nacht durften die Kinder erst einmal ausschlafen und den Komfort eines extra für sie aufgebauten Frühstücksbuffets genießen. Vorsichtshalber haben die Betreuer schon am Vorabend darauf hingewiesen, dass alle Spiele und sonstige Lärm verursachende Aktivitäten, die in ein oder anderer Art und Weise geeignet sind das Schlafbedürfnis der Kinder und Betreuer zu beeinträchtigen, im Bereich der Kojen strengstens untersagt sind.

Die Lärmschutzmaßnahmen hatten sich als erfolgreich erwiesen. Bis ca. 9:30 Uhr blieb es erholsam ruhig auf dem Gelände. Als die ersten Betreuer auf dem Gelände gesichtet wurden, war es dann so langsam vorbei mit der Ruhe.

„Wir wollen mit dem und dem und dem ins Dorf“ - Kurz nach Erteilung der Ausgangsgenehmigung floss das spärliche Taschengeld in die Kassen der selig lächelnden Geschäftsleute in Buren.

Da ich selbst einmal als Kind zur Kur war, kann ich mich gut daran erinnern, welche magischen Anziehungskräfte so ein Softeis oder ein Süßigkeiten-Automat ausübt. Weniger erfreut war ich damals über die elterliche Ermahnung, doch Oma und Opa oder auch Mama und Papa eine Postkarte zu schicken. Zumal jede Karte ein Softeis weniger war. Erfreulicherweise werden dieses Jahr sehr viele Karten geschrieben und weniger Softeis verschickt….oder ähnlich. Hoffen wir mal, dass die Grüße alle ihren Empfänger erreichen.

Nachdem das Mittagessen verzehrt war (es gab Hähnchenbrust mit Reis und Currysauce) ließen unsere Küchenschaben das Geburtstagskind Jannis hochleben.

Aufgrund des regnerischen Wetters, es wehte ein kräftiger Wind und immer wieder kamen Schauer über die Insel, blieben wir im Haus und griffen auf unser Indoor-AG-Programm zurück. Diverse Spiele, Basteln und ein Kickerturnier wurde angeboten. Teilnahme war Pflicht. Somit waren alle Kinder gut beschäftigt.

Nach dem Abendessen war der zweite Teil des bunten Abends angesagt. Wir erinnern uns: Die Kinder standen mit 6:2 in Führung. Die Betreuer begannen eine fulminante Aufholjagt und vor dem letzten Spiel stand es 9:9. Im letzten Spiel viel die Entscheidung ganz knapp für die Betreuer aus. Enttäuschung war den Kindern jedoch nicht anzusehen, haben sie doch gegen einen hochkarätigen Gegner verloren. Gut das es noch kein Geruchsinternet gibt, weil Eigenlob bekanntlich stinken soll. Um 22:30 Uhr wurden die Kojen bezogen und im Essensaal klar Schiff gemacht. Anschließend konnten die Zimmerbetreuer ihre Geschichten weiter vorlesen und die Kinder schläfrig machen.

Morgen gibt es die nächsten Neuigkeiten.

Bernd

Mittwoch, 29.06.2016 ...Und schon wieder Sport und Spiel...

Was haben wir Betreuer anders bzw. besser als in den Vorjahren gemacht? Wieder einmal war es vor dem Frühstück erfreulich ruhig. Eigentlich sind wir da schon andere Aktivitäten, die geeignet sind uns den notwendigen Schlaf zu rauben, gewohnt. Wir hoffen, dass es so bleibt…

Nach dem Frühstück stand wieder Sport auf dem Tagesplan. Hierfür sei an dieser Stelle Lena gedankt, die die sehr komplexe und gut durchdachte Tagesplanung in eine für die Kinder gut leserliche und verständliche Form übertragen hat.

Die ca. 3 km bis zum Austragungsort der Laufwettbewerbe im „Neser Rundloop-Stadion“ legten wir natürlich „per pedes“ (Verwaltungsdeutsch = fußläufig) zurück.

Natürlich wurde seitens unserer Aktiven erheblicher Protest hinsichtlich der zu erwartenden Leistungsminderung eingelegt. Fast 3 km gemütliches Wandern ermüden die Muskeln so stark, dass eigentlich eine längere Regenerationsphase erforderlich wäre. Aber wer schon einmal eine längere Strecke gelaufen ist (Langstreckenlauf mit mehr als 7 km/h über mindesten 3000 m) weiß, dass hierfür ein Aufwärmen der lahmen Muskulatur und Knochen unbedingt erforderlich und eben doch leistungsfördernd ist.

Fast alle unsere Kinder haben auf dieser landschaftlich reizvollen Strecke die geforderten Leistungen für das Sportabzeichen erreicht. Für die anderen heißt es jetzt: „Trainieren, trainieren, trainieren“. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies immer mit Erfolg gekrönt ist. Es muss ja nicht gleich ein „Deutscher-“ oder sonstiger Meister sein.

Anschließend wurde eine Runde Stratego gespielt. Auch hier ist es nicht von Nachteil, wenn man gut laufen kann. Da der zur Verfügung stehende Spielbereich sehr weitläufig war, mussten wir zum Ende des Spiels einige Teilnehmer suchen. Aber auch hier zeichnete sich jahrelange Erfahrung aus. Die verschollenen Spieler und Spielerinnen wurden innerhalb kürzester Zeit gefunden, der Rückmarsch konnte angetreten werden und das köstliche Mittagessen wartete schon auf uns. Heute gab es Falafel mit Fladenbrot und Kräuterquark. Zum Nachtisch konnte man sich Quark mit Erdbeer- oder Himbeersoße von den „Küchenschaben“* abholen.

Nachteilig für unsere lieben Kleinen war, dass Bankdirektor Bernd heute Küchendienst hatte und deshalb erst nach vollzogener Arbeit seinen Nebenjob als „Geldausgeber“ zusammen mit seinem zuverlässigen Ersatzassistenten Bjarne antreten konnte. Trotz Doppelbelastung gelang es uns, fast alle Kunden zufrieden zu stellen. Einigen Anlegern musste die Herausgabe des gewünschten Betrages versagt werden. Zu groß wäre das Risiko in einigen Tagen ohne ausreichende Finanzmittel dazustehen.

Um 15:00 Uhr wurden alle wieder zusammengetrommelt. Jetzt ging es auf unsere Wiese. Hier wurde „Ultimativball“ gespielt. Schon in den vergangen Jahren erfreute sich dieses Spiel aus einer Mischung aus Völkerball, Brennball, Baseball, Zirkeltraining und was weiß ich sonst noch, großer Beliebtheit. Das Wetter ließ uns nicht im Stich. Herrlicher Sonnenschein und ein abkühlender Wind machten das Spiel zum wahren Vergnügen.

Nachdem wir uns beim Abendessen gestärkt hatten trafen wir uns um 20:00 Uhr um gemeinsam zum Schwimmbad zu gehen. Heute stand, wie in den letzten Jahren, die Wasserdisko auf dem Tagesplan. Hier wurden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen.

1.       Die Kinder hatten riesigen Spaß.

2.       Der notwendige Nachweis über die Schwimmfähigkeiten wurde erbracht.

3.       Die Kinder waren hinterher porentief sauber (oder rein).

4.       Die abendlichen Gutenachtgeschichten konnten entfallen.

5.       Die Kinder schliefen relativ schnell ein.

Lari und Lena kümmerten sich um den Schwimmnachweis. Zwar war es nicht immer leicht die Kinder davon zu überzeugen, dass sie das Rutschen und Toben unterbrechen sollen aber wenn Lari einmal streng guckt, wagt kaum ein Kind Widerspruch zu erheben.

Pünktlich um 22:30 Uhr wurden die Vorbereitungen für den Rückweg in Angriff genommen. Erst wurden die „Kleinen“ aus dem Wasser geholt. Duschen, Haare waschen, umziehen, prüfen ob alle Sachen mitgenommen wurden, föhnen und dann ab in den Bulli für den Rücktransport. Eigentlich gehen wir auch immer zurück, aber: Weil es sehr stürmisch und regnerisch war, verzichteten wir diesmal darauf.

Zurück im Haus Zonnebloem, gab es Milchreis (ist immer Sache der Chefköchin) und Grießbrei. Wer wollte, konnte dies noch mit Zimt und Zucker oder mit Fruchtsirup verfeinern. Um das Trocknen der nassen Sachen kümmerten sich die Betreuer. Wenn es draußen regnet, werden die Sachen draußen nun mal nicht trocken. Bis 24:00 Uhr kehrte dann Ruhe in unserem Haus ein – rechtzeitig zur betreuerinternen Geburtstagsfeier eines unserer jüngsten Betreuer.

*ehemalige Kinder die sich in einem „Verpuppungsstadium“ zwischen Teilnehmer und Betreuer befinden.

Dienstag, 28.06.2016 ... Sport und Spiel ...

Heute Morgen war es erfreulich ruhig in unserer Unterkunft. So ruhig, dass ich erst kurz vor dem Frühstück aufwachte. Sicherlich lag das an den sportlichen Aktivitäten am gestrigen Nachmittag und Abend, die unsere Kinder haben ruhiger werden lassen. Allerdings war die Mannschaft eines Zimmers so darauf aus, nicht zu spät zu Frühstück zu kommen, dass sie sich schon um 5:30 Uhr angezogen und gewaschen haben.

Erstaunen trat jedoch auf, als sie feststellen mussten, dass sie die einzigen Frühaufsteher waren. Erst danach kam es ihnen in den Sinn, mal nach der Uhr zu schauen. Einige dieser Nachtwandler saßen beim mir am Frühstückstisch. Aufgrund des übermüdeten Gesichtsausdruck und der kleinen Augen vermutete ich zunächst, dass ihre nächtliche Unterhaltung so lange gedauert hat. Auf Nachfrage wurde mir jedoch die eben beschriebene Episode erzählt.


Erfreulich war an diesem Morgen die Tatsache, dass es nicht geregnet hat. Somit stand dem Unternehmen „Sportabzeichen“ witterungsbedingt nichts im Weg. Heute waren die Disziplinen „Kurzstreckenlauf“ und „Schlagball-Weitwurf“ auf dem Programm. Fast alle Teilnehmer haben Leistungen gezeigt, die zum Erwerb des Sportabzeichens ausreichend sind. Und Spaß hat es nebenbei auch noch gemacht. Verletzungen, die normalerweise bei solchen Hochleistungssportveranstaltungen an der Tagesordnung sind, konnten wir erfreulicherweise genauso wenig feststellen wie verbotene Mittel zur Leistungssteigerung.


Nach dem Mittagessen (Chili con Carne und Reis), dem Küchendienst, der Taschengeldausgabe und anschließender Geldrückgabe (Süßigkeiten kaufen) am Kiosk standen heute AGs auf dem Programm. Es wurden Kokosnuss-Ketten aus ganzen Kokosnüssen (!) gebaut, mit Perlen Ketten und Tiere gebastelt, Papierflieger konstruiert, Ballspiele auf der Wiese geübt, Salsa tanzen gelernt und natürlich ging es wieder in den „Wald und auf die Wiese“.


Nach dem Abendessen stand dann der erste „Bunte Abend“ auf dem Programm. Das Motto hieß: Kinder gegen die Betreuer in einem weihnachtlichen Rahmen. Lena und Jojo hatten ein buntes Aufgabensortiment zusammengestellt, was sowohl für die Kinder als auch die Betreuer eine große Herausforderung in körperlicher und geistiger Hinsicht darstellte.

Die Betreuer wurden in der ersten Runde (eine zweite Runde soll noch folgen) ganz knapp geschlagen (6:2). Die Kinder sehen das natürlich anders. Aber wenn du ein 0:2 kassiert hast, ist ein 1:1 nicht mehr möglich (soll angeblich der Satz des Pythagoras sein). Um 22:30 Uhr ging es dann ins Bett.

Bis Morgen...
Euer Bernd



Montag,27.06.2016 ... Unser erster Tag ...

Leider war das Wetter heute noch nicht ganz so gut, wie wir es uns gestern gedacht haben. Es wehte ein kräftiger Wind und die Regentropfen fielen schräg vom Himmel.

Nach dem Frühstück hieß es für alle Kinder: "Auf zum Dorfrundgang". Regenbekleidung und festes Schuhwerk anziehen und anschließend aufmerksam den Betreuern zuhören.

Wie in jedem Jahr wurden die allgemeinen Regeln zum Aufenthalt im Dorf vor Ort erklärt. Weiterhin wurde auf die verschieden Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten hingewiesen. Nach diesen Informationen kamen sogleich Anfragen, wann es denn nun Taschengeld gibt, damit die reichhaltigen Konsumgüter umgehend gegen entsprechende Bezahlung, erworben werden können. Leider musste man sich jedoch erst bis nach dem Mittagessen gedulden, denn da wurde zum ersten Mal die Lagerbank geöffnet.

Weil es am Nachmittag immer noch regnete wurde für diesen Zeitraum ein Alternativprogramm erarbeitet. Im großen Saal sollten verschiedene Gesellschaftsspiele angeboten werden. Alles war schon vorbereitet….doch dann kam alles wieder anders!

Gegen 14:15 Uhr hörte es auf zu regnen und die Sonne kam durch und so war es nicht anders zu erwarten, als dass der Vorschlag kam, das eigentliche Nachmittagsprogramm wieder zu aktivieren. Vorher wurde noch die „Stratego-Arena“ von uns darauf geprüft, ob sie für unsere Athleten geeignet ist. Da das Urteil positiv ausfiel, wurde der Entschluss gefasst, zum Wald nach Nes zu gehen und das bei unseren Teilnehmern beliebte Spiel durchzuführen. Die Entscheidung erhielt viel positive Resonanz von unseren Kindern.

Zwei Runden wurden gespielt. Die erste Runde fiel unentschieden aus. Grund dafür war ein „technisches Foul“, dessen Verursacher nicht genau ermittelt werden konnte. Die zweite Runde wurde vom blauen Team gewonnen, weil durch dieses Team die Fahne der gegnerischen Mannschaft gefangen wurde. Wer in der Gewinnermannschaft gespielt hat, wurde leider nicht schriftlich festgehalten. Letztlich ging es eher nach dem olympischen Motto: „ Dabei sein ist alles!“

Den Kindern sowie den teilnehmenden Betreuern hat es riesig Spaß gemacht. Bei den teilweise übermütigen Aktionen ist glücklicherweise auch niemand ernsthaft zu Schaden gekommen.

Nach dem Abendessen wurde dann noch ein Sportprogramm von Jannis auf der Wiese angeboten. Hier zeigte sich, wer noch Kondition nach dem Stratego-Spiel im Wald hatte.
Zuerst wurde sich spielerisch warmgelaufen. Dann waren 6 verschiedene Übungen im Wechsel angesagt.
Ich glaube, dass nach dieser Anstrengung die Nachtruhe verdient ist.

Bis Morgen...
Euer Bernd



Sonntag, 26.06.2016 ... Reisetag ...

Gestern, an unserem Packtag (ich war leider nicht dabei), war das Wetter ja nicht so einladend. Ein Sommer, wie er im Buche* steht! (*Bibel, in dem Teil mit der Arche Noah). Trotzdem durften wir zu unserem Abfahrtermin die dicken Regenjacken im Koffer lassen. Diesmal kam unser Reisebus von der Fa. Zumstrull. Dieter und Ulla Kabatzki, Erfahrene Amelandfahrer, stellten sich am Sonntag kurzfristig zur Verfügung, weil unserem sonst eingesetzten Busunternehmer für diesen Tag keine Busse zur Verfügung standen.

Bis sich alle Kinder von ihren Eltern, Verwandten und Freunden verabschiedet hatten verging einige Zeit und das Zählen hat irgendwie auch länger gedauert als sonst. An Bernhard kann es nicht gelegen haben. Im Bus war es dann relativ ruhig. Sicherlich lag es auch daran, dass sich alle (Ferienkinder und Betruer) ordnungsgemäß anschnallen mussten.

Bei traumhaften Wetter und einer frischen Brise auf Deck verlief die Überfahrt problemlos wie immer. Lediglich die Möwen, die von einigen unserer Kinder gefüttert wurden, stellten eine Gefahr für die Kleidung und den Rest der ungeschützten Körperpartien dar.

Nach der einstündigen Überfahrt erreichten wir unbeschadet die Insel. Der übliche, kleine “Spaziergang“ zu unserem Feriendomizil war eine leichte Übung.
Schnell waren die Zimmer und Betten bezogen und alle warteten darauf, was als nächstes unternommen würde.

Diesmal wurden verschiedene Kennenlernspiele auf der Wiese hinter unserem Haus durchgeführt. Es sind nun mal 57 Kinder, deren Namen man ja nun mal wissen möchte, damit man sich nicht  mit „Ej Du“ ansprechen muss.

Um 17:30 Uhr wurde zum Abendessen gerufen. Heute gab es Nudeln mit Tomatensoße und natürlich frische Salate von unserem Buffet. Nach dem Küchendienst wurde der Fernseher angemacht, damit die Fußballfans sich das Spiel Deutschland gegen die Slowakei anschauen konnten. Das Interesse war allerdings nicht so wirklich groß.

Da das Wetter abends noch ausgesprochen gut war, gingen wir anschließend mit allen Kindern zum Strand. Hier konnten wir schon mal vorsichtig die Füße ins Wasser stellen und dabei den Sonnenuntergang zuschauen. Gegen 21:45 Uhr waren wir wieder zurück und es hieß für die Kinder: Abmarsch ins Bett!

Morgen erwarten wir einen sonnigen Tag mit vielen Unternehmungen. Deshalb heißt es auch für uns Betreuer: Nicht so Spät ins Bett!

Bis dann...
Euer Bernd